Fotos von Häusern in Steinbergen
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    1. Beekebreite 14 
        2. Meierkordts Haus
        3. Bückeburger Str. 9
        4. Bückeburger Str. 11
        5. "Haus Sonneck"
        6. "Bremer Berghaus"
        7. "Haus Waldfrieden"("Sandmöller", Friederikenstift)
        8. "Haus Waldwinkel"
        9. "Haus Helga"
      10. "Haus Erholung"
      11. "Haus am Walde"
      12. "Haus Waldesruh"
      13. "Claussens Haus"
      14. Ehemaliges Bareins Haus
      15. Ehemals Zimmersmeister Holsteins Haus
      16. "Villa Schütte"
      17. Zur Geschichte der Steinberger Pensionshäuser
      18. Schlußfolgerung
      19. Flüchtlinge in Steinberger Häusern

      20.
Das ehemalige Löwensteinsche Haus an der Bückeburger Str.
     
         
            
                                 
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                                                                     Beekebreite 14                                             Sept. 1982

          Schön, daß die traditionellen Fenster auch in 2007 noch vorhanden sind. Das Haus ist
        in seiner urprünglichen Art fast völlig erhalten. Ein Schmuckstück für Steinbergen!


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                                                        Beekebreite 14 von der Südseite                         28.11.2007



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                                                                    Meierkordts Haus                                       1982

           Dieses stattliche Haus an der Bückeburger Strasse hat glücklicherweise seine traditio-
         nelle schöne Fachwerk- und Ziegelfassade weitgehend bewahrt. Nur die Fenster waren
         früher stärker unterteilt. Bemerkenswert ist die Erhaltung des schönen altertümlichen
         Zauns mit den eisernen Spiessen.

         Auf diesem Grundstück befand sich weiter rechts vom Haus bis 1964 die Dorfschmiede
         des Herrn Meierkordt. Ursprünglich wurde von ihm auch noch Landwirtschaft betrie-
         ben. Der Betrieb der Pensionshäuser im "Luftkurort Steinbergen", solche Orte nannte
         man früher "Sommerfrische", war mehr Nebenerwerb im Sommer, denn in der kalten
         Jahreszeit kamen kaum Gäste. Also hatten fast alle Besitzer von Pensionshäusern noch
         einen Beruf, ein Gewerbe oder eine Landwirtschaft oder wie im Fall der Familie Meier-
         kordt eine Schmiede. Ursprünglich betrieb die Familie Meierkordt sogar neben Pension
         und Schmiede auch noch Landwirtschaft. Die Menschen haben damals viel gearbeitet.
        



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                                                                    Bückeburger Str. 9                                         Sept. 1982

           Auch das Haus Bückeburger Str. 9 war 1982 noch sehr schön in seiner ursprüng-
         lichen Art völlig erhalten! Mittlerweile wurden leider die früher unterteilten Fenster
         ersetzt:

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                                                 Bückeburger Str. 9  jetzt                                29.8.2006

              Immerhin zeigen Haus und Garten auch jetzt noch viel vom alten Stil: die schöne
        Backsteinfassade, den natürlich anmutenden Garten ohne langweilige kahle Rasen-
        flächen und die ewigen Koniferen !




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                                                              Bückeburger Str. 11                                        28.11.2007

         Gut, daß die ursprüngliche schöne ziegelrote Fassade erhalten ist; leider sind es die
         früheren Sprossenfenster nicht.
         Im Parterre rechts hinter den beiden Fenstern praktizierte einst (1930-er Jahre bis ca.
         Anfang der 1950-er) der Steinberger Dorfzahnarzt. Der Eingang zur Praxis war, hier
         nicht sichtbar, an der rechten Hausseite(s. den folgenden Link: bitte klicken!)
        


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                                                  Haus Sonneck(rechts)                                       1982

                                 Leider wurde der links auf dem obigen Foto
                                 vor dem Haus stehende schöne Fliederbaum,
                                 der im Frühling immer üppig blühte und duftete,
                                 vom jetzigen Eigentümer vernichtet; ein völlig
                                 unverständlicher Akt von Naturbarbarei!



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                                            Das frühere "Bremer Berghaus"                      Januar 1982

        Den früher einmal prächtigen Garten dieses ehemaligen "sandmöllerschen" Pensions-
        hauses oben an der Straße "Am Kehlbrink" hat man durch ein kolossales Mietshaus
        zugebaut. Das ehemalige "Bremer Berghaus" wurde zudem in seinem architektoni-
        schen Stil zum Schlechten hin verändert. Die einstige Pracht des gesamten Anwesens
        ist dahin, weil die Grundstücksbesitzer, die Haus und Garten vom vormaligen Eigen-
        tümer, einer Bremer Kirchengemeinde, gekauft hatten, auf größtmögliche Ausnutzung
        der Immobilie aus waren:

              
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                        So sieht es beim ehemaligen Bremer Berghaus jetzt aus         31.1.2008


        Das Anwesen stammte vom frommen Herrn Möller, "Sandmöller" genannt, der
        das Haus Anfang der 1930-er hatte erbauen lassen und es später der bremischen
        Kirche übereignete.

       
Von 1945 - 1955 war das Haus von der Royal Air Force in Bad Eilsen beschlag-
        nahmt. Es wohnte in dieser Zeit darin ein hoher englischer Offizier (Brigadier =
        Brigadegeneral, d.h. zwei Rangstufen über dem Lieutenant Colonel = Oberstleutnant,
        der im benachbarten Spierschen "Haus Erholung", s.u., wohnte ) mit seiner Frau,
        die im Sommer manchmal große Gartenfeste dort veranstalteten.


        Dem "Sandmöller"
gehörte auch das folgende große Pensionshaus, nämlich
        "Haus Waldfrieden":

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                                                  "Haus Waldfrieden"                                       1953


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                      Hinteransicht von "Haus Waldfrieden" zu Zeiten des Friederikenstifts im Sommer 1968


       Oben das ehemalige Pensionshaus "Haus Waldfrieden", das einst dem Ehepaar
       ("Sand-")Möller gehörte, dieses verpachtete es später an ein "Fräulein" Scherer,
       das dies Haus bis in die Nachkriegsjahre führte. 1945 wurden mehrere Flüchtlings-
       familien in dem großen Haus untergebracht. Später übertrug das bejahrte frömmelnde
       Eigentümerehepaar Möller das gesamte Anwesen an das hannoversche Friederikenstift,
       das es als Erholungsheim für seine Angestellten(Pastöre, Pflegepersonal, Ärzte) nutzte.
       Daneben nutzte das Friederikenstift den "Waldfrieden" auch zur Ausbildung von
       Schwesternschülerinnen seiner Krankenhäuser, die es in Hannover, Osterode und
       Verden besaß. Diese sollten im "Waldfrieden" auch Hauswirtschaft lernen, d.h. sie
       mußten z.B. Zimmer saubermachen, Fenster putzen, Kartoffeln schälen u.a.
       Es waren immer wenigstens ein halbes Dutzend Schwesternschülerinnen in den
       Dachgeschoßräumen des "Waldfriedens" untergebracht. Sie hatten nicht viel
       Ausgang, fingen aber nichtsdestoweniger manchmal Techtelmechtel mit jungen
       Männern aus dem Dorf an.

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                                   Schwesternschülerinnen des Friederikenstifts
                                            im Garten von "HausWaldfrieden" mit dem
                                            Hausmeister und Gärtner, Herrn Modersitzki,
                                                       beim Holzsägen, Januar 1956

                                    
                          Das große blonde Mädchen hinten links am Sägebock ist
                                   Heidi von Wurmb aus Feuerschützenbostel bei Celle. Sie
                                   heiratete später den Baumschulenbesitzer Wittboldt-Müller
                                   in Eitze bei Verden, mit dem sie zwei Kinder hatte. An einem
                                   Sonntagmorgen im Juli(18.7.1971)  -  als sie mit einer Reiter-
                                   gruppe in Eitze ausritt   -  erlitt sie beim Überqueren einer
                                   Asphaltstraße einen Reitunfall durch das ausrutschende Pferd.
                                   Wegen der schweren Kopfverletzung starb sie am 21. Juli 1971
                                   im Alter von nur 33 Jahren in Bremen im Krankenhaus.
                                   Sie wurde auf dem Friedhof von Eitze/Verden begraben.

                                   Das blonde Mädchen rechts am Sägebock hieß Edith.
                                   Die Namen der übrigen drei Schwesternschülerinnen
                                   sind nicht mehr in Erfahrung zu bringen!
                                  (Es gab noch weitere Schwesternschülerinnen, z.B. Elisabeth,
                                   Gieseltraud Witt aus Diepholz)                             
 

       Das Ehepaar "Sandmöller" vererbte den gesamten Komplex des "Waldfriedens"
       mit den Häusern, dem Garten und dem Waldstück nach ihrem Tode an das
       Friederikenstift in Hannover. Die Steinberger Verwandten der Möllers  -  eine
       Nichte, die sanftmütige hilfsbereite Frau Deerberg, die mit ihrer Familie
       im rechten Haus am schrägen Weg zum Steinberger Bahnhof hinunter wohnte,
       hatte sich all die Jahre um die bejahrten Möllers regelmäßig gekümmert  -
       gingen total leer aus, was in Steinbergen allerseits als großes Unrecht empfunden wurde!
     
       Das Friederikenstift erlaubte Anfang der 1950-er Jahre dem Pastorenehepaar Koch,
       am Walde auf dem Grundstück des "Waldfriedens" ein 1-Familienhaus in Erbpacht
       zu errichten, welches das Ehepaar zusammen mit einer Haushälterin bis zum Tode
       bewohnte. Dieses, allerdings innen damals wegen der "sittlichen Trennung" der Kochs
       von ihrer Haushälterin ziemlich verbaute Haus, wurde dem Verfasser dieser Internet-
       seite seinerzeit(1971) vom Verwaltungsdirektor des Friederikenstifts für 110.000 DM
       angeboten. Später zog der Betreiber des Kinderheims "Hirschkuppe" mit seiner Familie
       in dieses Haus am Walde:

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                   Das ehemalige Pastorenhaus (des pensionierten Pastors Koch) am Walde
                           auf dem Gelände von "Haus Waldfrieden" des Friederikenstifts(heute
                                       des "Kinderheims Hirschkuppe"), im Winter 1966/67
                   


      
Das Friederikenstift hatte nämlich schließlich das gesamte große Anwesen mit den
       drei Häusern ca. 1972 für schätzungsweise 500.000 DM verkauft, jedenfalls war
       auch dieses Ensemble dem Verfasser seinerzeit für diesen Preis angeboten worden.
       Das Käuferehepaar eröffnete dann dort das Kinderheim "Hirschkuppe", das auch
       heute noch betrieben wird.

       Der "Waldfrieden" besaß einen riesigen Blumen-, Obst- und Gemüsegarten mit
       Spazierwegen rund um das Grundstück, für den das Friederikenstift seinerzeit
       den netten Herrn Modersitzki aus dem Dorf als Gärtner und Hausmeister beschäftigte.
      
       Unten auf dem "Hirschkuppen-"Areal steht ein kleines spitzgiebeliges Gebäude hinter
       dem Zufahrtstor, das heute als Pferde- und Ziegenstall genutzt wird. Dieses Häuschen
       diente ursprünglich Herrn Möller als Garage für seinen kleinen Opel, der schwarz war,
       wie die Kleidung der Möllers, wie könnte es auch anders gewesen sein bei einem
       frömmelnden, kinderlosen ernsten Ehepaar. Für Kinder hatte Herr Möller nie etwas
       übrig und wenn er in seinen großen frühreifen Kirschbäumen herumturnte, die an
       seiner Grundstücksgrenze zum Weg(heute die Straße "Unter der Hirschkuppe")
       standen, übersah er regelmäßig die begehrlichen Blicke der vorbeikommenden Kinder.         
      


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                Das ehemalige "Haus Waldfrieden" später als es schon "Kinderheim Hirschkuppe" war, 1982     
      
          Wie das Photo zeigt, wurden die früheren zweiflügeligen Fenster ersetzt. Bei diesem
        Haus erscheint das jedoch nicht als sehr störend, was an der markanten historischen
        Ummauerung der Fenster liegt, die ursprünglich die roten Ziegel zeigte(s. das 1. Photo
        oben), nunmehr aber weiß verputzt ist.


       
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                                            Das ehemalige Pensionshaus "Waldfrieden"                  Sept. 1982
     



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                                      Das ehemalige Haus Waldfrieden später                    1.8.2006

        Auch nach über 20 Jahren(siehe oben: 1982) ist  der "Waldfrieden" erfreulicher-
        weise im wesentlichen unverändert. Der nunmehr helle Anstrich ist sogar harmo-
        nischer und kommt dem historischen Anstrich nahe.

        Zu der ungewöhnlichen fensterlosen hohen Hauswand unmittelbar auf der Grund-
        stücksgrenze kam es durch einen Nachbarschaftsstreit folgendermaßen:

        Der ursprüngliche Eigentümer und Bauherr des "Waldfriedens" war der Frömmler
        Herr Möller(s.o.), der, weil er eine Sandgrube(heute zugeschüttet) am westlichen
        Ortsrand besaß, auch "Sandmöller" genannt wurde. Er war ein böser Mensch,
        ein geiziger Kinderfeind auch( er war selbst kinderlos). Er hatte den "Waldfrieden"
        in seiner Bosheit bis auf weniger als einen halben Meter an die Grundstücksgrenze
        zu seinem Nachbarn, dem Landwirt Gottschalk, setzen lassen. Wo jetzt die fensterlose
        Hauswand
ist, waren ursprünglich überall Fenster, die genau mit seiner Grundstücks-
        grenze abschlossen, wenn sie geöffnet waren. Sein Grundstücksnachbar rechts von
        der Hauswand, Herr Gottschalk, ärgerte sich darüber, daß die Sommergäste von
        "Sandmöller" immer ihren Abfall, nämlich Zigarettenschachteln, leere Zahnpasta-
         tuben usw. aus den Fenstern auf seinen Acker warfen (das Haus rechts von der
        Wand, das spätere "Haus Waldwinkel" stand damals noch nicht, und das ganze
        Areal links und rechts der heutigen Straße "Am Berghang" waren Gottschalks Äcker).
        Er hatte darüberhinaus ja auch allen Grund, auf "Sandmöller" ärgerlich zu sein,
        da dieser trotz seines riesigen Grundstücks fast auf der Grenze hatte bauen lassen.
        Also kam es zum Streit zwischen dem alten Gottschalk und "Sandmöller" und
        letzterer baute vor seine Fensterfront die kahle Hauswand, wie man sie sonst nur
        in Städten findet. Die kahle Hauswand ist somit das bleibende Sinnbild
        der Sandmöllerschen Bosheit. Fromme Nachbarn sollten lieber erstmal den
        lieben Gott fragen, ehe sie ihren Nachbarn so auf die Pelle rücken.

        Hier folgt das oben erwähnte Nachbarhaus, das ehemalige "Haus Waldwinkel",
        das jetzt der Enkelin der verstorbenen alten Gottschalks gehört:
       
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                              Das ehemalige Gottschalksche "Haus Waldwinkel"                2006

         Die großen glotzigen dunklen Fensterhöhlen geben dem Haus mit dem maskenhaft
         weißen Anstrich ein geradezu unheimliches Aussehen.

         Und so sah "Haus Waldwinkel" früher aus, als es noch eine Pension war:   

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                                Pension "Haus Waldwinkel" in den 1950-er Jahren
       
            Die zweiflügeligen und noch durch Sprossen im Oberlicht unterteilten zierlich
            wirkenden Fenster verliehen dem gelbweißem Haus ein freundliches Aussehen.
           
Der Garten war weniger steril, es gibt links noch einen hohen Birnbaum, rechts
            einen Kirschbaum und es ist auch noch ein rustikal wirkender hölzerner Staketen-
            zaun da. Die häßliche rechts ans Haus angeklatschte Doppelgarage  -  unsinniger-
            weise erhöht wie auf Stelzen   -    war noch nicht vorhanden.                                                                              

       
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                           Die ehemaligen "Waldfrieden" und "Waldwinkel" nebeneinander (31.1.1982)

                                Die Hausinschrift "Haus Waldwinkel", die schon vorher durch
                   die unharmonische Verbreiterung der Fensterhöhlen verdorben
                   war, ist auf dem Foto kaum noch zu erkennen. Die Haken für
                   Blumenkästen unter den Fenstern sind teilweise schon heraus-
                   gerissen.
                   Der hohe schöne Birnbaum war noch da und auch der große
                   Fliederbusch an der linken Grundstücksecke. Heute besitzt das
                   Haus einen 08/15-Vorgarten von der Stange, genau wie bei dem
                   folgenden Haus:                 

                   Schräg gegenüber in derselben Straße gab es einst die Pension
                   "Haus Helga", das in den 1930-er Jahren von dem Eisenbahner-
                   Ehepaar Requardt erbaut wurde. Diese übertrugen es später
                   an ihre Tochter Minna und den Schwiegersohn den Tischler
                   Kuhlmann
. Das Haus wurde nach deren Tochter Helga benannt,
                   dem einzigen Kind des Ehepaars Kuhlmann:

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                                     Das frühere Pensionshaus "Haus Helga"                         1982

             Die Sprossenfenster waren 1982 schon ersetzt, wie das Foto zeigt. Mittlerweile
             wurde leider auch hier das historische Zeugnis der Hausaufschrift "Haus Helga",
             beseitigt, das 1982 noch bestand.

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                               Das frühere Pensionshaus "Haus Helga" im Sommer 1982

                   
Der schöne gesunde Kirschbaum an der Straßenseite und weitere Laubbäume
                    mußten fallen(ersatzweise kamen düstere Koniferen!) und aus dem einstmals
                    natürlichen Garten wurde eine sterile kahle Rasenfläche:


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                   Das frühere Pensionshaus "Haus Helga" heute: schnieke und steril,        2006
                   geradezu aseptisch wirkend mit seinem weißen Anstrich. 

Die Namensgeberin, Helga (geb. Kuhlmann, *1935), die das Haus von ihren Eltern geerbt hatte,
übertrug das Haus ca. 2007 in andere Hände und zog fort.
                    
                                      


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                                                Das ehemalige "Haus Erholung"           1981

                              Die unterteilten Fenster wurden erfreulicherweise beibehalten.
                        Leider wurde jedoch die gemauerte Balkonbrüstung durch eine
                        häßliche braune Kunststoffbrüstung ersetzt.
Der Eigentümer
                        dieses Hauses hat sich wenigstens einmal einen schönen hell-
                        gelben Anstrich in 2007 einfallen lassen, statt des ewigen sterilen
                        Weiß.
                             
                        Dieses ehemalige Pensionshaus "Haus Erholung" des Steinberger
                        Volksschullehrers Herrn Spier wurde nach langer Beschlagnahme
                        für einen englischen Oberstleutnant (Lieutenant Colonel [abgekürzt =
                        Lt Col] mit Frau, zwei Töchtern und einem kleinen Hund vom britischen
                        Royal Air Force-Hauptquartier in Bad Eilsen (bis 1955) durch die
                        Familie Spier verkauft und diente später viele Jahre als Altenheim.
                        Heute ist es das Wohnhaus des ehemaligen Steinberger Dorfarzt.


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                            Das ehemalige Spiersche "Haus Erholung" heute   31.1.08



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                Links neben dem "Haus Erholung" die frühere Pension "Haus am Walde"  (1981)

                    Beim ehemaligen Deppingschen Pensionshaus "Haus am Walde"(s.u.) sind leider
                die traditionellen zweiflügeligen Fenster seit langem entfernt. Auch die Fensterläden
                wurden abmontiert, mit denen das Haus rustikaler und gefälliger wirkte. Wegen der
                traurigen Geschichtsvergessenheit der Steinberger mußte auch die schmückende
                Hausinschrift "Haus am Walde" verschwinden, wie bei den anderen Häusern im
                Steinberger Viertel unter der Hirschkuppe. Einer hat damit angefangen, und alle
                anderen meinten dann, es nachmachen zu müssen!           

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                                            "Haus am Walde" im September 1962

                    Auch der Garten beim ehemaligen "Haus am Walde", der auf der obigen
                    Abbildung noch einen anmutigen und natürlichen Eindruck macht, sieht
                    heute kahl und steril aus.


                    Unterhalb des "Haus am Walde" das Pensionshaus "Haus Waldesruh" der
                    Familie Harmening hat seine früheren Fensterläden und natürlich auch den
                    Hausnamen an der Fassade verloren:

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                                       Das ehemalige "Haus Waldesruh" 1982


                                                Und früher(1950-er Jahre):

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           Auch im "Haus Waldesruh", unterhalb des "Haus am Walde" gelegen, verdiente man
           sich neben den Einnahmen aus dem Pensionsbetrieb und dem Beruf eines Sparkassen-
           beamten noch ein Zubrot durch Hühner- und Ziegenhaltung ("Hittchen"), die in lang-
           gestreckten Ställen an der Böschung zum "Haus am Walde"(s.o.) gelegen waren.
           Als die Amis das Haus im April 1945 beschlagnahmten und die Bewohner hinaus
           mußten, wurde merkwürdigerweise die Schreibmaschine im Haus vergessen(die Amis
           liessen sie natürlich bei ihrem Abzug mitgehen!), aber die sehnigen Beine der geschlach-
           teten "Hittchen" wurden in das Umzugsquartier mitgebracht.        
       
                  
                                                                                                                                    

 
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                                        Haus unten an der Straße "Am Kehlbrink"              1982

                          Das Haus der Familie des früheren dörflichen Frisör Claussen mit den
                     harmonischen Proportionen der 1920-1930er Jahre. Leider wurden auch
                     hier die früheren unterteilten Fenster durch breite Fenster ersetzt, was den
                     Gesamteindruck stört. Wie bei vielen Häusern, gab es auch hier früher
                     noch Blumenkästen unter den Fenstern; die Haken dafür sind auf dem
                     Foto noch sichtbar.


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             Das ehemalige Bareins-Haus, Nr. 19 an der westlichen Rintelner Str.(B 238) 1982

               Von der Geschichte dieses repräsentativen Hauses ist folgendes bekannt: Es gehörte
            ursprünglich einer alten Dame, nämlich Frau Barein, wohlbeleibt aber etwas schwach
            auf den Beinen.

            Im turmartigen kleinen Anbau rechts und hinter den zwei Fenstern rechts davon
            lebte noch viele Jahre nach dem 2. Weltkrieg ein älteres Ehepaar. Der Mann wurde
            im Dorf "Luchtenplücker" genannt ("Lucht" ist plattdeutsch Licht und "plücken" ist
            pflücken, hier hat es aber wohl die Bedeutung "reparieren". Also "Luchtenplücker"
            =  Elektriker).

            Während des Krieges und einige Zeit danach lebten in dem Bareinschen Haus auch
            zwei kinderfreundliche junge Frauen aus Bremen, blond, schlank und attraktiv.
            Sie waren in Bad Eilsen bei den aus Bremen wegen des anglo-amerikanischen
            Bombenkrieges ausgelagerten Flugzeugwerken Focke-Wulf beschäftigt. Kurz
            nach dem Krieg  -  es mag etwa 1946 gewesen sein  -  stürzte sich eine von ihnen
            vom hohen Autobahnviadukt bei den Arensburger Teichen in den Tod. Es geschah
            wegen einer unglücklichen Liebesbeziehung oder wegen einer anderen als ausweglos
            empfundenen Lebenssituation. Alle waren erschüttert und Dorfkinder liefen voll
            Grauen zum Unglücksort, fanden dort aber kein Blut. Das Autobahnviadukt lag
            nach der gegen Kriegsende erfolgten Sprengung noch in Trümmern und oben fuhren
            deshalb damals keine Autos, daher war auch die Absprungstelle leicht zugänglich.            

            Auch lebte noch viele Jahre nach dem Krieg ein "Fräulein" Fröhlich, unverheiratete
            Mutter eines Mädchens namens Erika, im Bareinschen Haus. Erika wuchs zu einer
            hübschen jungen Frau heran, starb aber bald zum großen Kummer ihrer armen Mutter,
            deren ganzer Stolz und Lebensinhalt sie gewesen war. Beider Gräber sind auch schon
            lange wieder auf dem Steinberger Friedhof beseitigt.

            Dieses Bareinsche Haus von Anfang des letzten Jahrhunderts, ehemals ein architek-
            tonisches Schmuckstück für Steinbergen, wurde leider von den Neuerwerbern total
            verdorben:
           
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                                             Das frühere Bareins-Haus jetzt                               3.8.2006

          Ein Haus, wie es jetzt aussieht, kann man als Neubau bauen lassen, aber man ver-
          wandelt nicht ein schönes altes stilvolles Haus in einen solchen Palazzo Prozzi!
          Weder sind die reizvolle rote Ziegelfassade und die traditionellen Fenster erhalten
          geblieben noch der schöne Zaun mit den historischen Eisenspießen.
          Eine unverständliche Kulturschande wurde hier verübt.



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               Das ehemalige Haus des Zimmermeister Holstein in der Rintelner Straße    28.11.07

                 Das repräsentative Haus in der Rintelner Str., das Zimmermeister Holstein für sich
          und seine Familie um 1930 erbauen ließ, ist wohl bis auf die Fenster, den hübschen
          Balkon und den Anstrich, der früher hellgelb war, unverändert.

          Nachdem im Sommer 2008 die hochgewachsene dunkle Fichtenwildnis auf dem
          Holstein-Miedeschen Grundstück beseitigt war, präsentiert sich das Haus  -  von der
          Straße "An der Hirschkuppe" aus gesehen  -  folgendermaßen:

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                             Das Holstein/Miedesche Haus von der anderen Seite              14.12.2008



          Zur Historie dieser ehemaligen Steinberger Pensionshäuser in dem Viertel unter
          der Hirschkuppe
bleibt zu ergänzen, daß ab 1941 viele Gästezimmer in den Pensions-
          häusern vom Reichsluftfahrtministerium(des Hermann Göring: "Links Lametta, rechts
          Lametta, und der Bauch wird immer fetta!") beschlagnahmt wurden zur Unterbringung
          von Ingenieuren, Technikern und Verwaltungspersonal(mit ihren Familien) der Bremer
          Flugzeugwerke Focke-Wulf. Wegen der Gefährdung durch die Bomber der Engländer
          und Amerikaner in Bremen hatte man nämlich die Konstruktions- und Verwaltungs-
          abteilungen der Firma in die großen Hotels in Bad Eilsen verlegt (für Einzelheiten bitte
          auf Bad Eilsen klicken!). In andere Gästezimmer wurden ab 1944 Flüchtlinge*(s.u.)
          einquartiert.
          Teilweise mussten dann ab April 1945 alle Deutschen aus einigen Pensionshäusern
          heraus, weil zuerst für einige Wochen amerikanische Soldaten einzogen und später für
          mehrere Jahre englische Soldaten und Offiziere, letztere in zwei Häuser sogar bis 1954.             


          Im großen Ganzen war Steinbergen als Luftkurort also früher schöner, bunter
          und natürlicher (vor allem auch ruhiger) als jetzt, wie man im Einzelnen auch
          an der Veränderung der oben vorgestellten Häuser und deren Grundstücken
          erkennen kann.

          Es ist also längst nicht so, wie es der leichtzüngige Steinberger Ortsbürgermeister
          Heiner Bartling einmal öffentlich verkündete, nämlich "Steinbergen sei noch nie
          so schön gewesen, wie jetzt
". Bei dieser Aussage handelte es sich eindeutig um die
          bei den SPD-Socken unserer Zeit beliebte Augenwischerei.


          _____________________________________________________________________

         * Ergänzung: 
Flüchtlinge in Steinberger Häusern

         Wie an manchem anderen Ort, so gab es auch in Steinbergen durch die Einquartierung 
         von Flüchtlingen in den oben erwähnten Pensionshäusern und weiteren Privathäusern   
         menschliche Probleme.
        
         Die zuerst in Steinbergen eintreffenden Flüchtling kamen aus dem kriegzerstörten Aachen,
         dann trafen in 1945 viele Flüchtlinge aus dem Osten, aus Schlesien, Ostpreussen, Pommern,
         Litauen ein. In einem Fall z.B. drangsalierte eine Steinberger Hausbesitzerin die bei ihr ein-
         quartierten bemitleidenswerten Flüchtlingsfamilien aus dem Osten so, daß eine offizielle
         Beschwerde erfolgte.

         Die britische Militärregierung hatte als Bürgermeister Albert Meier eingesetzt, ein kleines
         mageres Männlein mit flacher dunkler Schiebermütze, den einige Kinder mit leisem
         Unbehagen betrachteten, weil sie von den Erwachsenen gehört hatten: Albert Meier ist
         ein Kommunist; und das klang fast so, als sei er der Teufel persönlich. Dieser kommu-
         nistische Bürgermeister erschien also bei dem mitleidslosem Satansbraten von einer
         Hausbesitzerin eines der Steinberger Pensionshäuser eines Abends zusammen mit dem
         britischen Ortskommandanten, einem schmächtigen Hauptmann mit Oberlippenbart,
         in Begleitung von zwei britischen Soldaten mit auf die Gewehre gepflanztem Bajonett
         und schrie die impertinente Hausbesitzerin und ihren altenTrottel von Ehemann im
         Hausflur dermaßen zusammen, daß man es bis zwei Häuser weiter hören konnte.
         Später sagten die Flüchtlinge im Dorf: "Wenn die Russen kommen, dann
         hängen sie die alte "...........-sche" als erste an einem Telegrafenmast auf."
 

                             -  Diese Fotoserie wird demnächst erweitert  -

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                                                                                                             und am 19. September 2011