Der Steinberger Bahnhof

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                                                                Der Bahnhof jetzt                                       3.8.2006

Nur das weißgetünchte Gebäude links ist noch von den ursprünglichen Bahnhofsgebäuden
übriggeblieben.
Es dient jetzt privaten Wohnzwecken. Früher war es die Wohnung des
Bahnhofvorstehers Neumann und seiner Familie.
Herr Neumann war ein ernstblickender Mann in seiner blauen Eisenbahner-
uniform mit der roten Stationsvorsteher-Mütze, der eine schmale Goldrandbrille trug.
Er lebte mit seiner drallen kleinen blonden Frau und einer ebenfalls blonden Tochter
und dem Sohn Günter in dem jetzt weissgetünchten Bahnhofs-Wohnteil(s. Foto oben).
Dabei war noch ein bissiger weisser Spitz, ein arger kleiner Kläffer.

Einige Jahre nach dem Krieg wurde Bahnhofsvorsteher Neumann durch die Direktion
der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn degradiert und als Schrankenwärter versetzt
an die Enzer Strasse zwischen den Stationen "Georgschacht" und "Stadthagen Ost".
Man warf ihm vor, daß er in den Jahren um 1945 aus dem alten grossen braunen
Steinberger Güterschuppen(s. das Foto auf der Internetseite "Steinbergen") dort lagernde
Frachtgüter entwendet habe. Die Familie war bedauerlicherweise ebenfalls weg.
Sohn Günter hatte übrigens als Tauschobjekt über ein Buch(Karl May: "Durch
die wilden Kordilleren") aus einer Frachtkiste aus besagtem Güterschuppen verfügt
im Austausch gegen eine Dose Wirsingkohl aus den Heeresbeständen des Rintelner
Hafensilos.

Rechts vom Wohnteil des Steinberger Bahnhofs befanden sich der Dienstraum
und der Wartesaal. Im mit hölzernen Sitzbänken ausgestatteten Wartesaal 
war gleich links neben der Eingangstür der Fahrkartenschalter. Unter dessen
Fenster befand sich eine Schublade in der Fahrkarte und Fahrgeld durchgeschoben
wurden. Vor dem Dienstraum stand die eiserne Kurbel für die Strassenschranke.

Schräg gegenüber auf der anderen Seite des Bahnhofsgeländes wohnte in dem
an den Hang geschmiegtem rechtem Wohnhaus übrigens ein vielbewunderter stattlicher
Mann, Herr Nordmeier, auch Eisenbahner bei der "Rinteln-Stadthagener Eisenbahn".
Er war das As der Steinberger Handballmannschaft.


Das neue Wohnhaus rechts auf dem obigem Photo steht auf dem Boden des
früheren angebauten Dienstraums, des Wartesaals und der früher daneben
stehenden Gepäckaufbewahrungshütte aus Wellblech.

Ein Photo des Steinberger Bahnhofs aus den 1960-er Jahren findet man unter dem
folgenden Link: drehscheibe-online.ist-im-web.de. Leider hat der Verwalter der
Internetseite jedoch das betreffende Foto inzwischen entfernt!
Aber hier sind andere Fotos der vergangenen Rinteln-Stadthagener Eisenbahn!

Außerdem sind verschwunden die drei hölzernen Kioske auf dem Bahnhof, die sich rechts
vom ehemaligen Dienstgebäude
befanden und bis in die 1950-ger Jahre dort noch standen:
1. Das Verkehrsbüro(Fremdenzimmervermittlung) in einem kleinen Kiosk, 2. Frickes kleiner
Kiosk für Zeitungs- und Zeitschriftenverkauf sowie Filme und Photoarbeiten, 3. ein Kiosk für
den Verkauf von Getränken, Süßigkeiten, Tabakwaren und Ansichtskarten, der auch Tische
und Stühle für seine Gäste draußen nahe bei der Straße(B 83) bzw. dem Bahnübergang hatte.

Der Bahnsteig, der heute einen unharmonischen und im rechten Bereich auch einen
verwahrlosten Eindruck macht, bot also früher viel
. Sitzbänke gab es dort damals natürlich auch.


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                                                   Auf dem Bahnhof im Januar 1979
                                          (Quelle: Heinz-Erich Fauth: Steinbergen in alten Ansichten, 1996)


                        
                         Bis Mai 2007 gab es noch Güterverkehr auf dem Steinberger Bahnhof.                   3.9.2004


                                                                                           
25.8.07/ ergänzt 23.4.2009
                                                                                                                                          und 20.2.2018
                                                
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